BUGA 2015: Ein neues Museum für Lilienthal
Alte Brennerei in Stölln wird bis 2010 zum Kultur- und Tagungsort umgebaut
STÖLLN - Über 500 Jahre ist die Brennerei in Stölln alt. Die Pläne, in das Gebäude ein Museum zu integrieren, das sich mit der Geschichte der Fliegerei und Otto Lilienthal befasst, sind nicht ganz neu. Doch sah es vor zwei Jahren so aus, als werde es wohl kein Geld für das ehrgeizige Projekt geben. Gestern nun übergab Agrarstaatssekretär Dietmar Schulze 1,38 Millionen Euro für den Ausbau an den Otto-Lilienthal-Verein Stölln.
Damit werde, so ließ das Landwirtschaftsministerium bereits im Vorfeld wissen, ein wichtiger Schritt zur Vorbereitung der Bundesgartenschau 2015 bewältigt.
Entsprechend groß war das öffentliche Interesse an der Veranstaltung in der Gaststätte „Zum 1. Flieger“ in Stölln, jenem Traditionsgasthaus, wo schon Otto Lilienthal übernachtete, wenn er am Gollenberg seine Flugversuche unternahm. Gestern waren Repräsentanten der Buga-Ausrichterstädte Rathenow, Premnitz und Havelberg ebenso anwesend, wie der persönliche Referent von Landrat Burkhard Schröder, Vereinsvertreter aus dem Ländchen Rhinow und Gäste aus Wirtschaft und Verbänden. Der Gollenberg, auf dem Lilienthal seine ersten erfolgreiche Flugversuche startete, und die IL 62 als Museum sind jedes Jahr das Ziel von etwa 20 000 Besuchern. „Wir haben hier den ältesten Flugplatz der Welt und mit dem Lilienthal-Centrum werden noch viel mehr Besucher und Touristen zu uns kommen“, sagte gestern froh gelaunt Horst Schwenzer, Vorsitzender des Otto-Lilienthal-Vereins. Bereits 1999 entwickelte der Verein erste Konzepte zum Umbau der alten Brennerei zum Lilienthal-Centrum. Bis zur Übergabe des Förderschecks gestern war eine lange Wegstrecke zurückzulegen. Planänderungen, die Gründung einer Betreibergesellschaft und viele Schritte mehr waren zu bewältigen. Aber die Stöllner haben sich von diesem Weg nicht abbringen lassen. Dietmar Schulze sprach von einem „schweren Scheck“ und er meinte damit nicht nur die Höhe der Fördersumme.
Der Staatssekretär würdigte die Ausdauer des Vereins, der immer an seinem Vorhaben festhielt. Der Direktor des Amtes Rhinow, Gerd Jendretzky, sprach von einem „großen Vorhaben für das gesamte Havelland“. Der Amtsdirektor gab ein Versprechen: „Mit der Fertigstellung wird das Lilienthal-Centrum dazu beitragen, dass das Land Brandenburg für Touristen noch attraktiver wird.“ Bruno Kämmerling unterstrich für die Kreisverwaltung die Bedeutung der neuen Begegnungsstätte für das gesamte Havelland. Ines Hoffmann, Bürgermeisterin der Gemeinde Gollenberg, erläuterte dass in der alten Brennerei nicht nur die Verdienste Lilienthals allein gewürdigt werden, sondern auch die seines Bruders, der Berater und Konstrukteur für den Flugpionier war. Nicht zu vergessen seine Schwester, die sich um die Chronik kümmerte.
Im Sommer beginnen die Bauarbeiten. Schon im Jahr 2010, so die Planung, soll das Lilienthal-Centrum öffnen – mit Museumsshop und Veranstaltungs- und Tagungssaal.