Am künftigen Lilienthal-Centrum wurde gestern Richtfest gefeiert
Fliegerträume werden wahr
Als man vor einem Jahr in Stölln mit den Vorbereitungen zum Um- und Ausbau der alten Brennerei begann, da ließ sich in unmittelbarer Nachbarschaft ein Storchenpaar nieder. Bald darauf stellte sich in dem Storchennest auf einem ausgedienten Lichtmast zweifacher Nachwuchs ein. Im Herbst zogen die Vögel in den Süden. Inzwischen sind die Storcheneltern wieder aus ihrem Winterquartier zurückgekehrt und haben wieder ihr Nest neben der Baustelle bezogen.
Gestern zur Mittagszeit flog das Storchenpaar über die Baustelle. Es hatte den Anschein, als würde es ein paar Ehrenrunden drehen. „Ein wirklich gutes Omen“, rief Horst Schwenzer, 1. Vorsitzender des Otto-Lilienthal-Vereins Stölln, rund 50 Gästen zu, mit denen er sich auf dem Dorfplatz versammelt hatte.
Für den Um- und Ausbau der alten Brennerei zum Lilienthal-Centrum, dem wichtigsten Vorhaben im Ländchen Rhinow in Vorbereitung auf die Buga 2015, wurde gestern Richtfest gefeiert. Die zu solchen Anlässen übliche Richtkrone wehte über einem 230 Quadratmeter großen und acht Meter hohen neuen Anbau. „So einen Bau zu richten ist schon etwas Besonderes. Darum sei ihm Frieden und Glückseligkeit beschieden“, sagte Zimmermannsmeister Marcel Maneck in seinem Richtspruch.
Die Verdienste des Flugpioniers Otto Lilienthal würdigte Andreas Ernst. 1891 habe Lilienthal mit seinen ersten erfolgreichen Flugversuchen auf dem Gollenberg der Menschheit ihren Traum erfüllt, fliegen zu können wie ein Vogel, betonte der Wirtschafts- und Kulturdezernent der Kreisverwaltung. Mehr als 20 000 Besucher kommen jährlich nach Stölln, der Wiege der Fliegerei. In Zukunft sollen es noch mehr werden.
Der Geschichte der Fliegerei und den Verdiensten Lilienthals wird das zukünftige Centrum inmitten des Dorfes gewidmet sein. Die alte Brennerei selbst wird nach Abschluss der Arbeiten einen großen kombinierbaren Tagungs- und Ausstellungsraum, ein Café und einen Shop beherbergen. Im Anbau können die Besucher Gleiter, Technik und Raritäten aus der Geschichte der Fliegerei bewundern, erläuterten gestern bei einem Rundgang über die Baustelle Mitglieder des Lilienthalvereins und der Architekt.
Ganze zehn Jahre hat der Lilienthalverein um das Vorhaben gekämpft und damit Ausdauer und Kondition wie der Flugpionier vom Gollenberg bewiesen. Anfang des vergangenen Jahres bewilligte das Land die notwendigen Fördermittel. Im Herbst dieses Jahres sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.
Wenn am 30. Oktober dieses Jahres im Landkreis Havelland unter dem Motto „Feuer und Flamme“ der internationale Museumstag begangen wird, soll in Stölln das Lilienthal-Centrum eingeweiht werden.