Bunte Sammlung über die Geschichte des Fliegens
Nach dem Vorbild der Vögel: Ausstellungskonzept für das Lilienthal-Centrum in Stölln vorgestellt
Gegenwärtig wird die alte Brennerei in Stölln zum Lilienthal-Centrum umgebaut und hergerichtet. Dafür werden rund 1,8 Millionen Euro investiert. Für Ende Oktober ist der Abschluss der Bauarbeiten anvisiert. Spätestens zur Saison 2011 soll die neue havelländische Pilgerstätte rund um die Fliegerei für Besucher öffnen.
Die Ausstellungsgestaltung wurde öffentlich ausgeschrieben. Acht Bewerbungen gingen beim Architekten ein. Eine Expertenjury entschied, den Auftrag zur Gestaltung des Lilienthal-Centrums an Donald Becker zu vergeben. Dieser arbeitet in Berlin und ist gegenwärtig dabei, in Strodehne einen Wohnsitz auszubauen. Im Westhavelland machte er bereits mit dem Vorschlag auf sich aufmerksam, bei Strodehne zur Buga 2015 „blühende Landschaftswiesen“ anzulegen. Auf einer öffentlichen Sitzung der Gemeindevertretung Gollenberg in der alten Brauerei stellte er kürzlich sein Ausstellungskonzept für das Lilienthal-Centrum vor. Über 50 Besucher waren auf die Baustelle im neuen Anbau der alten Brennerei gekommen, um sich anhand eines Modells das Gestaltungskonzept erläutern zu lassen. Beckers Grundidee ist, die Besucher auf einem Rundgang durch die Geschichte der Fliegerei und Otto Lilienthals mitzunehmen.
Das zukünftige Centrum hat er in drei große Ausstellungskomplexe mit mehreren Nebenschauplätzen untergliedert. Vorbei an einem Café und Shop, kommt der Besucher ins Aviarium, wo sich der erste Ausstellungsteil zunächst der Natur als Inspirati-on der Wissenschaft des Fliegens widmet. In einem fünf Meter großen Rahmen soll die Vorbildwirkung der Vögel für die Fliegerei deutlich werden. Im Aviarium soll die Rolle Otto Lilienthals als Naturforscher deutlich werden.
Der zweite große Ausstellungskomplex soll im Hauptteil der alten Brennerei zu sehen sein. Donald Becker hat ihn als „Werkstatt“ betitelt. Neben einem gewölbten Fluggleiter werden hier 15 nachgebildete Flugmodelle von Lilienthal zu sehen sein. Bei seinem weiteren Rundgang durch die Werkstatt soll der Besucher acht großformatige Bilder zu sehen bekommen, die Lilienthal in Stölln und Rhinow in Aktion zeigen. Dazu kommen, wie in der gesamten Ausstellung auch, immer wieder technische Erläuterungen, Zeichnungen und Bilder.
Auf den Weg von der Werkstatt in den neuen Anbau als drittem großen Komplex soll der Besucher Bekanntschaft machen mit Otto Lilienthal als Fabrikant, Erfinder und Theatermacher, aber auch mit seinem Bruder Gustav. Vorbei an einer großen schwarzen Bildtafel, die Lilienthals Absturz und seine letzten Lebensstunden symbolisiert, gelangt der Besu-cher in den Anbau, wo er in die Geschichte der Luftfahrt verführt werden soll – vom chinesischen Drachenflug über die Ballonfahrt und Helikopter bis in die Gegenwart. Zwei große Modelle, nämlich ein Flieger mit sieben Metern Spannweite und ein zwei Meter hoher Doppeldecker, werden als imposante Ausstellungsstücke durch den Raum schweben.
An neun Stationen kann der Besucher Hebel bedienen, um verschiedene Modelle aufzupoppen. Vor seinen Augen bauen sich die Modelle samt technischen Erläuterungen auf und werden sicherlich noch einmal für viele Fliegeremotionen am Ende des Rundgangs sorgen.