Otto-Lilienthal-Verein Stölln e.V.

Der Traum vom Fliegen

 

Pressemitteilung

 

Mit Hartnäckigkeit zum Ziel

 
  1. geschrieben von Annika Lenz, Sunday, February 22, 2009
    Der PreußenSpiegel

     

Stölln. Als Jugendlicher hat Horst Schwenzer bei der Eisenbahn gearbeitet, später war er Bankkaufmann und als Hauptbuchhalter in der Stöllner Milchviehanlage tätig. Nach der Wende wurde er Kämmerer im Landkreis des Altkreises Rathenow und Hauptamtsleiter der Optikstadt. Mittlerweile ist er im Ruhestand und Vorsitzender des Otto-Lilienthal- Vereins Stölln sowie Mitglied der SVV für die FDP-Fraktion. Mit dem PreußenSpiegel sprach er über die spektakuläre Landung der IL 62 und den Umbau der „Alten Brennerei“ in ein „Lilienthal Centrum“. Sie engagieren sich seit Jahren im Lilienthal-Verein. Haben Sie sich als Kind schon für Flugzeuge interessiert?

Sie engagieren sich seit Jahren im Lilienthal-Verein. Haben Sie sich als Kind schon für Flugzeuge interessiert?
Horst Schwenzer:
Als ich noch zur Schule ging, machten wir öfter Ausflüge zum Gollenberg. Aber so richtig interessiert hat mich die Fliegerei im Kindesalter eigentlich nicht. Meine Begeisterung für die Verdienste Otto Lilienthals und sein Wirken in unserer Region entwickelte sich erst später, als ich Mitglied im Lilienthal- Verein wurde.

Sie sind seit der Gründung im Jahr 1990 Mitglied. Warum schlossen Sie sich dem Verein an?
Horst Schwenzer:
Es bestand eine gewisse Verbundenheit, weil ich einst dazu beigetragen habe, dass die IL 62 am Gollenberg in Stölln landen kann, wo sie bis heute steht und viele Besucher anlockt. Die damaligen Gründer waren mir dankbar dafür und hatten mich gebeten, Mitglied zu werden. Mein Herz schlug für das Flugzeug und den Verein, also trat ich bei.

Welchen Anteil hatten Sie denn an der Landung der IL 62?
Horst Schwenzer:
In die Landung mussten insgesamt 100.000 DM investiert werden. Ich arbeitete damals als Hauptbuchhalter für die Stöllner Milchviehanlage und habe gemeinsam mit dem Leiter des Betriebes dafür gesorgt, dass die für die Landung erforderliche Summe vom Unternehmen zur Verfügung gestellt wird.

Der Verein hat im Laufe der Jahre mehrere Projekte in Stölln realisiert. Was sind Ihrer Meinung nach die größten Verdienste?
Horst Schwenzer:
Wir haben gemeinsam das Wegesystem auf dem Gollenberg erneuert, eine Schneise geschlagen, die Skulptur „Windharfe“ errichtet, den Gedenkstein der sowjetischen Armee wieder aufgestellt und einen Ausstellungspavillon an der IL 62 gebaut. Im Ort selbst hat der Verein den „Grünen Platz“ umgestaltet, die Kegelbahn und den Reitplatz in Stand gesetzt und das alte, baufällige Feuerwehrhäuschen hergerichtet. Wir haben jahrelang für den Umbau der „Alten Brennerei“ in ein „Lilienthal Centrum“ gekämpft und dafür gesorgt, dass auch dieses Projekt endlich umgesetzt wird.

Wann ist die Idee entstanden, die Brennerei in ein „Lilienthal-Centrum“ zu verwandeln?
Horst Schwenzer:
Anfang der 90er Jahre, kurz nach der Gründung des Vereins kam die Idee erstmalig auf. Die Brennerei galt als Schandfleck im Ort, den es zu beseitigen galt. Viele Vereinsmitglieder waren zunächst skeptisch, ob das Projekt nicht zu gewagt sei. Doch nach einem Beschluss der Mitgliederversammlung wurde 2002 schließlich der erste Antrag auf Fördermittel ans Ministerium gestellt - und abgelehnt.

Beim dritten Anlauf wurde dem Antrag stattgegeben. Warum entschied sich das Ministerium aus Ihrer Sicht doch noch dazu, den Umbau zu fördern ?
Horst Schwenzer:
Ich denke, dass wir vor allem durch unsere Hartnäckigkeit überzeugt haben, denn für die Weiterentwicklung des Tourismus war das Projekt notwendig. Da das Amt Rhinow, der Landkreis Havelland und der Tourismusverband uns unterstützten, war auch das Ministerium einverstanden. Jeder Antrag war mit großem bürokratischen Aufwand verbunden. Wir haben den Verantwortlichen vermittelt, dass wir es wirklich ernst meinen und ein umfassendes Konzept für die Umgestaltung erarbeitet.

Mit dem Umbau soll im April begonnen werden. Welche Baumaßnahmen sind fällig?
Horst Schwenzer
: Zur Zeit arbeiten wir mit den Architekten an der Organisation der Ausführung. Dabei wollen wir die Planung in kleine Lose gliedern, damit sich die Betriebe aus unserer Region um Bauaufträge bewerben können. Auch das Integrations- und Leistungszentrum soll mit einbezogen werden.

Die Bauarbeiten sollen im Juni 2010 abgeschlossen sein. Denken Sie, dass das zu schaffen ist?
Horst Schwenzer:
Der Bewilligungsbescheid sieht es so vor und wir sind bemüht, uns daran zu halten. Das bedarf sicher großer Anstrengungen, aber es ist nicht unmöglich.

Welche Rolle spielt das Lilienthal Centrum Ihrer Meinung nach in Bezug auf die BUGA 2015
Horst Schwenzer:
Der Ort Stölln mit dem Gollenberg, dem ältesten Flugplatz der Welt, den Flügen Otto Lilienthals und der IL 62 ist das Projekt des Amtes Rhinow für die BUGA 2015. Das Lilienthal Centrum im Kern des Ortes ist ein weiterer Meilenstein, der noch mehr Besucher anlocken wird. Im Centrum können die Leistungen noch besser dargestellt werden. Der Besucher erhält Informationen über das Fliegen und den Flugpionier. Für die Gemeinde ist das Centrum eine Bereicherung, denn die „Alte Brennerei“ wäre verfallen und hätte mit einem großen Kostenaufwand abgerissen werden müssen.

Das Interview führte Annika Lenz.