Geschichten vom großen Menschheitstraum
Finanzminister Markov kam zur Einweihung des Lilienthal-Centrums
Ein Storch hatte sich mitten unter die Besucher gemischt. Den Vogel als Sinnbild des Fliegens hatte René Harsch von der Filmtierschule Sieversdorf mitgebracht. Er sollte dem neuen Lilienthal-Centrum Glück bringen.
In den neuen touristischen Anziehungspunkt in der Dorfmitte wurden insgesamt 2,2 Millionen Euro investiert. Davon sind 75 Prozent Fördermittel, die das Land mit Hilfe von EU-Geldern zu Verfügung stellte. Der Otto-Lilienthal-Verein Stölln als Bauherr konnte seine Eigenleistungen unter anderem mit Unterstützung von Arbeitsförderungen aufbringen. Allein das ILZ Havelland hat dafür in den letzten Jahren 76 zeitweilige Arbeitsstellen bewilligt und so rund 700 000 Euro beigesteuert.
Zum Gelingen des neuen Lilienthal-Centrums haben aber viele beigetragen, Vereinsmitglieder ebenso wie Handwerker, Künstler, Planer, Architekten, Verwaltungsmitarbeiter, Politiker und andere Helfer.
Dieses gebündelte Paket von Leistungen würdigte der Vorsitzende des Otto-Lilienthal-Vereins gestern auf einer Festveranstaltung im Anbau der alten Brauerei, wo zukünftig ein Lexikon der Luftfahrt mit verschiedenen Flugmodellen zu sehen sein wird. Ausdauer und ein langer Atem seien notwendig gewesen, um das Lilienthal-Centrum herzurichten, sagte Horst Schwenzer. Von den ersten Ideen zum Umbau der alten Brennerei in eine Lilienthal- Gedenkstätte bis zur Einweihung sind zehn Jahre vergangen.
„Wer so beharrlich dran bleibt, seine Ideen umzusetzen, der hat sich alle Anerkennung verdient“, sagte Helmuth Markov zur festlichen Einweihung, der auch Landtagspräsident Günther Fritsch und Kulturstaatssekretär Martin Gorholt beiwohnten. Brandenburgs Finanzminister, der gestern bei einer Informationstour durch den Landkreis Station in Stölln gemacht hatte, lobte das Lilienthal-Centrum als würdigen Beitrag in Vorbereitung auf die Buga 2015 im Havelland. Dies sei eine Stätte, die Lilienthals Traum vom Fliegen greifbar mache, so Markov. Er hob auch die Leistungen des Flugpioniers als Wissenschaftler und Unternehmer hervor.
„Wer Geld benötigt muss Optimist sein“, so Markov. „Wer eine Förderung braucht, muss erst einmal einen Antrag stellen.“ Und der Geldgeber müsse dann schauen, ob noch Geld in der Kasse sei, sagte der Finanzminister Schwenzer zugewandt, der zuvor gesagt hatte, dass man für die Gestaltung der Außenanlagen noch Geld benötige.
Die Leistungen des Lilienthal-Vereins würdigte auch Landrat Burkhard Schröder und setzte hinzu, dass es nun darauf ankomme einen vernünftigen Betrieb im Lilienthal-Centrum zu sichern.
Dann luden der 2. Vorsitzende des Lilienthalvereins, Wolfgang Nitschke, und Ausstellungsgestalter Donald Becker die Besucher zum Rundgang durch das neue Lilienthal- Centrum ein. Als die Führung im allgemeinen Einweihungstrubel unterzugehen drohte, machte Nitschke das vernünftigste aus der Situation. Jeder solle sich die Ausstellung selber ansehen, sagte er, und lud außerdem alle ans Buffet ein.
Heute um 11 Uhr öffnet das neue Lilienthal-Centrum für Besucher seine Pforten. Ab 14 Uhr gibt es aus diesem Anlass ein Familienfest.