„Derwitz 1“ hängt an der Decke

Lilienthal-Centrum um eine Attraktion reicher / Fest am Wochenende

Das Original der Derwitz 1 hatte Otto Lilienthal in seiner Berliner Werkstatt gebaut, in einem Güterwagon nach Groß Kreutz gebracht und von dort aus auf einem Pferdewagen nach Derwitz transportiert. Auf dem Mühlenberg in Derwitz hat Lilienthal dann am 30. August 1891 mit dem Apparat seinen ersten kurzen Geradeausflug gemacht.

„Es war der praktische Beginn der Fluggeschichte“, sagt der Vorsitzende vom Otto-Lilienthal-Verein Stölln, Horst Schwenzer. Zum Abschluss der Arbeiten kam eine als Otto Lilienthal gekleidete Schaufensterpuppe in die Armtaschen des Flugapparates. „Die Besucher sollen sehen, wie Otto Lilienthal geflogen ist“, erläuterte Modellbauer Helmut Wernicke. Der Rathenower Modellbauer Helmut Wernicke hat den nach seinem Versuchsort benannten Flugapparat „Derwitz1“ nachgebaut. Weil keine Originalzeichnung existiert, hat Wernicke Bücher gelesen in denen der Aufbau des Flugapparats beschrieben ist. So konnte er auch das Höhen- und Seitenruder nachbauen.

"Man könnte damit fliegen"

Er hat Rundholz zugeschnitten und gebogen, das er anstelle von Weidenholz für den Nachbau verwendet hat. Die elf Quadratmeter große Tragfläche wurde mit Baumwollstoff bespannt. Dicht gemacht wurde das Spanntuch mit einer speziellen Flüssigkeit. „Wie ein Trommelfell ist das geworden“, beschreibt Wernicke die Spannfläche.

„Der Flugapparat funktioniert. Man könnte damit fliegen“, meint Wernicke, der schon viele Modelle gebaut hat. Er überlegte auch schon das Modell „Derwitz1“ selbst auszuprobieren. Im Alter von fast 75 Jahren hat er dann aber doch davon abgelassen.

MAZ-Online/ns

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