Die Lady wird herausgeputzt

IL 62 wird zum Glänzen gebracht

Seit Donnerstag sind Frank Golik und Andreas Buller mit Wasserschlauch und Reinigungsbesen am Flugzeug im Einsatz. Die IL62 ist 53 Meter lang und hat eine Spannbreite von 43 Metern. Da kommen etliche Quadratmeter zusammen, von denen die Männer vom Lilienthalverein Grünspan, Algen und andere witterungsbedingte Ablagerungen zu beseitigen haben.

Zwei Tage lang haben sie von einer Hebebühne zunächst die höchsten Stellen und die Nordseite des Flugzeuges gesäubert. Damit ist die wichtigste und zugleich schwierigste Arbeit erledigt. Aber noch glänzt nicht alles, wie es glänzen soll. Am Montag geht es weiter. Dann werden die Männer von Leitern den Bauch der Lady schrubben.

Verwendet wird zur Reinigung nur reines Wasser. Mit einem Schlauch werden die zu reinigenden Stellen zunächst nass gemacht und anschließend mit den Besen gesäubert. Handarbeit pur. Mit einem Kärcher und unter Einsatz diverser Reinigungsmittel würde die Arbeit sicherlich schneller vonstatten gehen. Auf beides wird aber bewusst verzichtet, um den Anstrich des Flugzeugs zu schonen.

Vor fünf Jahren hatte die Lady einen neuen Anstrich mit den typischen weiß-roten Iljuchin-Farben bekommen. Gereinigt wurde das Flugzeug, das seit mehr als 25 Jahren auf dem Gollenberg steht, schon öfter. „In diesem Jahr machen wir es nun aber besonders gründlich“, sagt der Vorsitzende vom Lilienthalverein Horst Schwenzer, damit die Lady auch während der Buga zum Besuchermagneten wird.

Im Jahr 1973 wurde die IL62 von der ehemaligen DDR-Interflug in Dienst gestellt. Nach über 8000 Starts und Landungen auf vielen internationalen Flughäfen kam das Flugzeug im Herbst 1989 als „Pensionärin“ nach Stölln auf den Gollenberg. Seither dient die IL62 im Gedenken an den Flugpionier Otto Lilienthal als Museum und Standesamt. Otto Lilienthals Frau Agnes zu Ehren gaben die Stöllner dem Flugzeug den Namen Lady Agnes.

Von Norbert Stein (Märkische Allgemeine)

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