Gleich drei Jubiläen um den Flugpionier wurden gefeiert

Märkische Allgemeine

40. Otto-Lilienthal-Fest auf dem Gollenberg

„Drei Nullen stießen aufeinander'“, so Iris Hoffmann, Bürgermeisterin der Gemeinde Gollenberg. „Deshalb wollten wir das Otto-Lilienthal-Fest dieses Jahr etwas größer feiern.“ 40. Otto-Lilienthal-Fest, 120 Jahre Menschenflug und 570 Jahre Stölln trafen in diesem Jahr zusammen. Von Freitag bis Sonntag stellten Gemeinde und Otto-Lilienthal-Verein Stölln ein großes Fest unter der IL-62 „Lady Agnes“ am Gollenberg auf die Beine.

Nach der abendlichen Disco am Freitag wurde am Samstag richtig gefeiert. Der Otto-Lilienthal-Verein sammelte mit Kaffee und Kuchen Spenden für seine Arbeit. Auch die weiteren Stände waren teilweise ganz auf Lilienthal eingestellt: „Schönholzer Wild“ servierte einen Lilienthal-Teller mit Wildschwein und Sauerkraut. Die „Mode-Insel“ aus Rhinow organisierte eine Modenschau, an der sich auch Bürgermeistern Hoffmann als Modell für Sommer- und Herbstmode beteiligte.

Wer sich traute, konnte in den „Water Balls“ trocken über das Wasser spazieren. Nach dem spät-frühstücklichen „Toast und 'nem Ei“ der Gebrüder Blattschuss gab es eine Tombola. „Ich freue mich ganz doll“, so Hauptgewinnerin Ingrid Johannsen aus Strodehne, die ein Damenfahrrad gewann. Am Abend trat UKW (Peter Huppertz) auf und Frl. Menke musste mit ihrem „Tretboot“ aus „Seenot“ gerettet werden.

Nicht nur „Kreuzberger Nächte sind lang“. In Stölln feierten die Gäste noch bis nach zwei Uhr nachts. Am Sonntag gab es noch mal ein Nachmittagsprogramm mit Karaoke-Show, Kuh-Wettmelken und Volksmusik mit dem in Bayern lebenden US-Sänger David Reiss. NDW-Sänger Markus verbreitete viel „Spaß“ mit seinen Hits unter den Gästen.

„Nächstes Jahr wird wieder etwas kleiner, nur am Samstag, gefeiert“, so Bürgermeisterin Hoffmann. „Das Fest ist dann wieder kostenlos“, ergänzte sie in Hinblick auf einige Gäste, die etwas mürrisch auf die Eintrittspreise reagierten. „Aber der Veranstaltungsteam Rücker muss die Künstler ja auch bezahlen. Das war dieses Jahr ohne Eintritt nicht möglich.“

Bereits am Samstagvormittag ehrten Kommunalpolitiker, Vertreter der Otto-Lilienthal-Vereine Stölln und Berlin mit Blumengebinden das Andenken des Flugpioniers an seiner Absturzstelle am Gollenberg, am 9. August 1896. Unter den 50 Gästen befanden sich auch ein Urenkel Lilienthals, Wolfgang Lilientahl, und die beiden Piloten der 1989 in Stölln gelandeten IL-62 Klaus-Dieter Kallbach und Peter Bley. Am 23. Mai, dem Geburtstag, will Stölln eine neue Tradition begründen. Am Denkmal der Windharfe auf dem Gollenberg soll ab 2012 jährlich eine Festveranstaltung stattfinden.

Schon am 19. August wird ein besonderes Jubiläum gefeiert. In der „Lady Agnes“ schließen Stöllner Bürger den Bund fürs Leben. Sie sind damit das 800. Paar seit 1991, welches sich in der IL-62 traut. Co-Pilot Bley war damals mit seiner Frau das erste Brautpaar.

geschrieben von Uwe Hoffmann

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