Kallbach würde es wieder tun

Märkische Allgemeine

Landungsfest und Museumstag „Feuer und Flamme“ in Stölln

Ein frischer Wind pfiff am Samstag über den Gollenberg. Der Otto-Lilienthal-Verein entschied sich deshalb, eine Feierstunde vom Freien in die Lady Agnes zu verlegen. Pünktlich um 13.03 Uhr hatten sich zahlreiche Gäste eingefunden, um ein besonderes Ereignis zu würdigen. Exakt um diese Zeit brachte am 23. Oktober 1989 Flugkapitän Heinz-Dieter Kallbach mit seiner Crew die IL 62 auf dem Gollenberg sicher zur Landung. Kallbach und sein Co-Pilot Peter Bley waren am Samstag dabei, als der Vereinsvorsitzende Horst Schwenzer ihr vor 23 Jahren vollbrachtes „Kunststück“ würdigte.

Jochen Grenzdörfer, Beauftragter für die Pflege des Lilienthalerbes des Berlin-Brandenburgischen Luftfahrtclubs, sprach im Beisein von Rhinows Amtsdirektor Jens Aasmann von der grandiosesten Leistung, die nach den erfolgreichen Flugversuchen Lilienthals auf dem Gollenberg vollbracht wurde. Als wäre es ihm fast zu viel des Lobes, blieb Heinz-Dieter Kallbach bescheiden. Und nutzte die Festveranstaltung, um all denen zu danken, die an der Vorbereitung des spektakulären Ereignisses im Herbst 1989 mitgewirkt haben. Und würde er das „Husarenstück“ aus heutiger Sicht noch einmal wagen? „Unter denselben Bedingungen ja“, bekannte Kallbach.

Nachdem in der alten Brennerei ein Lilienthal-Centrum eingerichtet wurde, beherbergt die Lady Agnes seit dem Frühjahr eine Interflugausstellung. Am Samstag wurde die Ausstellung bereichert. Rudolf Muchel übergab dem Lilienthalverein zwei Flugkapitänsuniformen. Die Verbindung zu Stölln hat Muchel zuhause in Schulzendorf in der Nachbarschaft. Kallbach und er wohnen in der gleichen Straße. Flugkapitän Ulrich Unger schenkte dem Verein ein Babykörbchen als Ausstattungsstück einer IL 62.

Nach der Feierstunde im Flugzeug ging es in das Lilienthal-Centrum zum Havelländischen Museumstag „Feuer und Flamme“. Dazu waren auch die Schüler der Rhinower Grundschule in das neue Ausstellungszentrum gekommen. In acht Arbeitsgruppen berichteten sie über die Ergebnisse einer Projektwoche „Der Traum vom Fliegen und die zauberhafte Physik“. In ihrer Projektwoche haben die Kinder auch Bilder gezeichnet zum Thema Fliegen. Diese Bilder übergaben die Kinder einem Grafittikünstler. Marco Brzozowski wird sie als Vorlage nehmen für die Gestaltung einer Außenwand des Lilienthal-Centrums.

geschrieben von Norbert Stein

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