Landmade-2011-Festival bringt in Stölln verschiedene Lebenswelten zusammen

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2009 gab es Ostkost vom Schlosskoch in Ribbeck, in diesem Jahr reicht der Strodehner Fischer Schröder Luftkost zum Abheben auf dem ältesten Flugplatz der Welt in Stölln. Den Machern des Kulturfestivals landmade scheinen die Ideen nicht auszugehen.

Endlos abheben heißt das Motto der diesjährigen Film+Medientage Havelland 2011, die am 3. und 4. September im Fliegerort Stölln stattfinden. Seit diesem Jahr haben sie auch einen neuen Namen: landmade. „Wir sind ja kein reines Filmfestival und der Name drückt das besser aus“, so Gabriele Konsor vom WerkFreunde Strodehne e. V. Das interdisziplinäre Festival für Film, Kunst und Alltagskultur in Brandenburg findet alle zwei Jahre an wechselnden Orten der Region statt. 2007 in Rathenow und 2009 auf dem Schloss Ribbeck. „Wir suchen uns die Orte aus, die einen aktuellen Bezug zum Havelland haben. Vielleicht wird die Veranstaltung auch mal einen festen Platz haben, das wissen wir noch nicht“, so die Organisatorin weiter. In diesem Jahr dreht sich alles um den Fortschritt. Erfinder und Weltverbesserer stünden mit ihren Visionen im Mittelpunkt des zweitägigen Festivals. Deshalb sei das Festival in Stölln gut aufgehoben, so Gabriele Konsor weiter. Es stehe für Erfindergeist. Der Flugpionier Otto Lilienthal machte dort seine ersten Flugversuche und stürzte auf dem Gollenberg ab. Die Stöllner organisierten 1989 die spektakuläre Landung einer ausgesonderten Interflug-Passagiermaschine auf einem Acker, welche heute als Museum und Standesamt dient.

Besonderen Wert legen die Festivalmacher auf die aktive Einbeziehung des Publikums und die Begegnung unterschiedlicher Lebenswelten. Im Forum der Visionen am Samstag um 15.00 Uhr können dann Westhavelländer im Lilienthal-Centrum darüber diskutieren, was jeder Einzelne tun kann, um die Welt ein Stück weit zu verbessern. Unter dem Motto Welche Zukunft hat der Fortschritt spricht Physiker Sebastian Pflugbeil auch über die Schattenseiten der schnellen Entwicklung. Ansonsten warten verschiedene Klang- und Videoinstallationen, Filme, Vorträge und Stefan Demming mit seiner kleinsten Show der Welt am 3. September auf interessiertes Publikum.

Am Sonntag erzählt der passionierte Flieger Friedemann Hille die Geschichte des ältesten Flugplatzes der Welt und gibt eine kurze Einführung ins Segelfliegen. Danach dürfen Mutige im wahrsten Sinne des Wortes endlos abheben und den Blick über das Westahvelland von oben genießen. Den Abschluss bildet Flugpionier Heinz-Dieter Kallbach mit einer Lesung am 4. September um 17.00 Uhr.

Die Tageskarte, inklusive Eintritt in das Lilienthalzentrum und in das Flugzeug Lady Agnes, ist ab sofort für 12 Euro im Lilienthal-Centrum-Stölln erhältlich. Für die Sonderveranstaltung Erlebniskino unter der Tragfläche der Ilyushin Il-62 mit 3-Gänge-Menu, Geschichten über die Lady Agnes sowie dem ersten Science-Fiction-Film der DDR „Der schweigende Stern“ und vieles mehr sollten sich Interessierte unter 033875/31636 anmelden, der Plätze sind begrenzt. Das komplette Programm gibt im Internet unter www.landmade.org

geschrieben von bam

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