Lilienthal jetzt in Gold und Silber

Außergewöhnliche Besucher erreichten das Lilienthal-Centrum inAus Anlass des Jubiläums "125 Jahre Menschenflug" war die Firma Degussa-Goldhandel auf die Idee gekommen, dem Flugpionier Otto Lilienthal mittels Medaillen zu gedenken. Die Produkte aus Gold und Silber wurden am Donnerstag im Fliegerdorf präsentiert.

Lilienthal hatte anno 1891 mit selbstkonstruierten primitiven Flugkörpern erste Gleitflüge in die Praxis umgesetzt. Professor Joachim Grenzdörfer von der Deutschen Gesellschaft für Luft-und Raumfahrt meinte in Würdigung des Visionärs: "Ohne die theoretische Erkenntnis Lilienthals, dass der Vogelflug Basis der Fliegerkunst sei, gäbe es keine Fliegerei wie wir sie heute kennen". Der Fachmann weiter: "Kern der Erkenntnisse Lilienthals waren aerodynamische Flügel, die Gleiten von Flugkörpern erst ermöglichten."

Wegen der Bedeutung des Flugpioniers, dessen Wissen und Erfahrungen auch die Gebrüder Wright nach eigener Aussage 1903 für den ersten Motorflug nutzten, kam die Firma Degussa-Goldhandel auf die Idee mit den Edelmetall-Medaillen. Degussa (Deutsche Gold und Silberscheideanstalt), auch bekannt durch das Chemieunternehmen Evonik (Sponsor von Borussia Dortmund), hat mit der Herausgabe von Lilienthal-Gold- und Silbermedaillen jene einstige Leistung von Weltgeltung gewürdigt, so Wolfgang Wrzesniok-Roßbach, Geschäftsführer der Firma. Er betonte zugleich, das die Degussa-Medaillen in dreierlei Hinsicht wertvoll seinen. Zunächst als Ereignis der Geschichte, sodann als Ehrung des unermüdlichen Forschers und Tüftlers Lilienthal, der sein Leben für das Fliegen gab, und letztlich die Wertbeständigkeit (Steigerung) von Gold und Silber. Nur vier Mal jährlich würde Degussa vergleichbare Editionen zum Verkauf anbieten, meinte Wrzesniok-Roßbach in Anspielung auf die Rarität. Mit den "Gedenk-Thalern" (ehemalige Schreibweise übernommen) kann man im Unterschied zu Münzen zwar nicht bezahlen, aber der Edelmetallwert sei bedeutsam und krisensicher, so der Experte.

Der Thaler in Gold mit dem Gewicht einer Unze (31,1 Gramm) und einem Feingehalt von 999,9/1000 ist limitiert auf 200 Stück, wobei die Medaille zusammen mit einem fein herausgearbeitetem Fluggerät Lilienthals angeboten wird. Bei einem aktuellen Goldpreis von ca. 1.270 Euro je Feinunze plus Mehrwertsteuer kann jedermann den Kaufpreis gut selbst berechnen. Jene Thaler aus Feinsilber mit einer bzw. einer halben Unze Gewicht sind jeweils auf 5.000 Stück limitiert und auch für den kleineren Geldbeutel erschwinglich. Degussa-Gold-Geschäftsführer Wrzesnoik-Roßbach ließ es sich nicht nehmen Joachim Grenzdörfer einige Protagonisten der Gegen wart mit Silbermünzen und Urkunden zu ehren: den "Lady Agnes"-Piloten Heinz-Dieter Kallbach, den Lilienthal-Vereinsvorsitzenden Horst Schwenzer sowie Joachim Grenzdörfer.

Zum Abschluss der Präsentationsveranstaltung ließ der bekannte Rathenower Modellbauer Helmut Wernicke einen Eigenbauhelikopter im Innern des Lilienthal-Centrums aufsteigen und bewies damit erneut, dass auch heute Können, Mut und Ideenreichtum dazu führen, kleine technische Wunder geschehen zu lassen. Ganz im Sinne Otto Lilienthals.

Von Peter Wittstock (MOZ)

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