Lilienthal wird verewigt

Ortsschilder der Gemeinde Gollenberg erhalten Zusatz

Grundlage für die Entscheidung ist eine von der Landesregierung im November 2012 beschlossene Änderung der Kommunalverfassung, die es Gemeinden ermöglicht, mit einer zusätzlichen Bezeichnung auf kommunale Besonderheiten aufmerksam zu machen. Der Gesetzesänderung zufolge ist für einen solchen Zusatz die Zustimmung von drei Vierteln der gesetzlichen Mitgliederzahl der Kommunalvertretung notwendig. Danach ist der Beschluss dem Innenministerium lediglich noch anzuzeigen. Das wird die Gemeinde Gollenberg nun machen. Danach werden die drei Ortsteile Stölln, Neuwerder und Schönholz den Zusatz "Lilienthal-Gemeinde" im Ortsschild führen.

Die Gollenberger Abgeordneten haben sich in ihrer Entscheidung leiten lassen von der engen Verbundenheit der Gemeinde, insbesondere des Ortsteils Stölln, mit der Geschichte des ersten Flugpioniers Otto Lilienthal. Auf der Suche nach einem geeigneten Gelände für seine Flugversuche kam Lilienthal 1893 ins Havelland. Seine Flugversuche unternahm er zunächst von den Rhinower Bergen. Aber schon im Folgejahr verlegte er seinen Übungsplatz auf den Gollenberg nach Stölln. Hier konnte er seinen ersten erfolgreichen Flugversuche starten. Am 9.August 1896 wurde er bei einem Flugversuch von einer Windbö erfasst, stürzte ab und verstarb einen Tag später an den Folgen des Unfalls in Berlin. Sein fliegerisches Vermächtnis und den Gollenberg als ältesten Flugplatz der Welt hält die Gemeinde seither in Ehren. Ein Gedenkstein an der Absturzstelle, eine Flugharfe auf der Bergspitze, Skulpturen, ein Flugzeug vom Typ IL62 als Museum und Standesamt, ein neues Lilienthal-Centrum im Dorf und das traditionelle Otto-Lilienthal-Fest sind markante Beispiele für die enge Verbundenheit der Gemeinde mit dem Flugpionier und die Pflege seines touristischen Erbes. Diese Verbundenheit soll nun mit dem Zusatz auf den Ortsschildern dokumentiert werden.

Von Norbert Stein (Märkische Allgemeine)

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