Meister der Anpassungsfähigkeit

Kakteenschau am Buga-Standort Stölln

Sie sind robust, brauchen wenig Pflege und blühen trotzdem wunderschön: 17 außergewöhnliche Kakteen können derzeit in voller Blüte auf dem Buga-Gelände in Stölln bestaunt werden. Neben dem „Airport“-Gebäude in der Nähe des Flugzeugs Lady Agnes im Fliegerpark stellt Hans Graf aus dem bayerischen Oettingen 17 seiner Kakteen aus. „Wir zeigen hier Exemplare, die eine gute Fernwirkung haben. Es sind große Pflanzen, die ins Auge fallen. Außen herum erzeugen die Mittagsblumen ein schönes Gesamtbild“, erklärte Graf, der eine Spezialgärtnerei für winterharte Kakteen führt und schon etwa 20 Landesgartenschauen mitgemacht hat. „Wir haben etliche schöne Exemplare nach Stölln gebracht. Uns ist die Vielfalt wichtig.“

Nässe mögen Kakteen nicht

Vor allem ihre Anpassungsfähigkeit gefällt Hans Graf an diesen Pflanzen. Ob sie in Stölln bleiben, ist noch nicht klar. Einige wenige der Kakteen seien nur bedingt winterfest und müssten im Winter einen etwas geschützteren Platz finden. „Kälte allein ist kein Problem, doch Nässe mögen Kakteen nicht“, sagte der Kakteenspezialist. „Es sind und bleiben Wüstenpflanzen.“ Graf hat auch schon seit einigen Jahren ein Schaubeet im Botanischen Garten in Berlin: In Ostdeutschland gebe es ein gutes Klima für Kakteen, vor allem wegen des Sandbodens. „In Bayern ist es wegen der Feuchtigkeit nicht ganz so gut,“ ist der Experte überzeugt.

Feigenkaktus, Bananen-Palmlilie oder der Igelsäulenkaktus

Die Nähe der Kakteen zum Ausstellungsflugzeug Lady Agnes hat einen Grund: Es gehe im weitesten Sinn um das Thema Transport, um das Herkommen von Pflanzen aus fernen Ländern und damit auch um die sogenannten Cargo-Luftfrachtcontainer, die in Zeiten der Globalisierung auch Pflanzen von einem Kontinent zum nächsten transportieren, sagte die Buga-Pressesprecherin Amanda Hasenfusz. In abgewandelten, einen Meter breiten und 70 Zentimeter hohen Cargo-Containern sind die Kakteen, die in diesen Wochen blühen, ausgestellt: Feigenkaktus, Bananen-Palmlilie, Winterharte Mittagsblume oder Igelsäulenkaktus sind nur einige der auffallenden Pflanzen.

„Ich hole mir hier viele Ideen für meinen Garten“

Cornelia Müller aus Saalfeld hätte nicht gedacht, dass so viele verschiedene Kakteen existieren. „Ich hole mir hier viele Ideen für meinen Garten. Die Zusammenstellung der Pflanzen gefällt mir,“ sagte die Buga-Besucherin, die schon von den Sträuchern und Pflanzen in Havelberg begeistert war. Auch das Ehepaar Wilhelm und Agnes Wehren aus Goch wollte sich Inspiration für ihren Garten holen, sie kamen extra wegen der Kakteen nach Stölln. Wilhelm Wehren beschäftigte sich sogar während seiner Doktorarbeit im Fach Landwirtschaft an der Universität Bonn mit dem Futterwert von Kakteen. Er führte Aminosäurenanalysen von Opuntien und der Gartenmelde, auch Atriplex Hortensis genannt, durch, die auf salzigem Boden wachsen. Delia Deutsch aus Kuhfelde in Sachsen-Anhalt hatte es in Stölln besonders die Mittagsblume angetan. Die Buga-Begeisterte weiß um die Praktikabilität von Kakteen: „Ich habe viele dieser Pflanzen im Garten, weil ich die Zeit zum Gießen nicht finde“, sagte sie. „Wenn es weiter so heiß bleibt, haben wir alle bald nur noch Kakteen im Garten. Die halten mal eine längere Zeit ohne Wasser aus.“

Von Melanie Höhn (Märkische Allgemeine)

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