Neuer Anstrich für die Lady Agnes

Der Otto-Lilienthal-Verein ist mit der Sanierung der Lady Agnes auf der Zielgeraden angekommen. Die IL 62 bekommt nun noch neue Farbe. Wenn am 27. Oktober die Besucher zum 29. Landungsfest auf den Gollenberg kommen, werden sie die Lady Agnes mit einem frischen Make-up bewundern können.

Dafür gleicht ihr Umfeld bei laufenden Besucherverkehr derzeit einer Freiluftwerkstatt. Hebebühne und hohe Leitern sind für Malermeister Ron Brüggemann und seine Mitarbeiter unentbehrliche Arbeitsgeräte, um Farbe auf die Außenhülle des Flugzeuges auftragen zu können. Der Schriftzug „Interflug“ leuchtet schon in einem ersten frischen Rot, und der Rumpf ist auch ein erstes Mal im originalgetreuen Farbton Grau gestrichen worden.

Dreimal werden die Maler auf insgesamt 1900 Quadratmeter Außenhülle Farbe aufragen und dabei auf jedes Detail achten, damit die Lady ihren ursprünglichen Glanz zurückerhält. 630 Liter Farbe werden verpinselt.

Bevor die Fachleute die ersten Farbstriche machen konnten, haben sie zunächst die alte Farbe abgeschliffen und die Außenhülle grundiert. Bevor die Maler mit ihrer Arbeit begonnen haben, waren schon Korrosionsschäden beseitigt worden. Schadhafte Stellen an der Außenhülle wurden ausgebessert und Nieten erneuert. Erst danach konnten die Maler Hand anlegen um die Außenhülle fit zu machen für die Zukunft.

Besonderer Auftrag für das Malerteam

Der Lady Agnes ein neues Farbkleid zu geben, das sei schon eine ganz besondere und auch schöne Aufgabe, ist sich Ron Brüggemann mit seinen Mitarbeitern einig. Schließlich sei es kein alltäglicher Auftrag und die Lady Agnes ein oft besuchtes Ausflugsziel im Havelland.

Ron Brüggemann verbindet mit dem Auftrag auch Erinnerungen. Als im Jahr 2003 Lehrlinge aus dem damaligen ÜAZ Friesack das Flugzeug gestrichen haben, war er als Ausbilder dabei. Auch deshalb sei er erfreut, nun 2018 als Selbstständiger den Zuschlag für die Malerarbeiten erhalten zu haben.

Spenden weiterhin benötigt

Die Beseitigung der Korrosionsschäden, notwendig gewordene Ausbesserungen und Malerarbeiten kosten insgesamt rund 95 000 Euro. Die Finanzierung stemmt der Otto-Lilienthal-Verein mit Hilfe von Fördermitteln, muss aber dennoch 20 000 Euro Eigenmittel beisteuern.

„Zur Sicherung dieser Eigenmittel ist der Verein auf weitere Spenden angewiesen“, sagt der Vorsitzende Horst Schwenzer. Im sehr heißen Sommer dieses Jahres seien im Vergleich zu den Vorjahren weniger Besucher in das Flugzeug gekommen. So hatte der Verein auch weniger Einnahmen. Die Havelländer und ihre Gäste habe es bei dem Sommerwetter wohl eher ans Wasser gezogen als auf den Gollenberg, erklärt Schwenzer.

Die Außenhülle ist bereits der zweite große Sanierungsabschnitt. Die Innensanierung des Flugzeuges war bereits vor der Saisoneröffnung im April erledigt worden. Die komplette Innenverkleidung des Flugzeuges wurde aufgearbeitet, sämtliche Fenster wurden ausgebaut, gereinigt und aufpoliert, Korrosionsschäden beseitigt, der Fußboden komplett aufgearbeitet, ein neuer strapazierfähiger Teppich verlegt und die Elektroleitungen erneuert. Zudem bekam der Innenraum eine Farbauffrischung.

140 000 Euro kostet die Sanierung

40 000 Euro kostete die Innensanierung, finanziert aus Spenden, Lotto-Mitteln und der Vereinskasse. Nach Abschluss aller Arbeiten steht die Gesamtsanierung des Flugzeuges mit rund 140 000 Euro zu Buche.

Für den Lilienthalverein ist das ein schwerer, aber notwendiger, Kraftakt. Nur so kann der Fortbestand der weit über die Grenzen des Havellandes hinausstrahlenden Touristenattraktion gesichert werden „Die Lady Agnes sollte damit auch für die kommenden Jahrzehnten weiterhin ein Besuchermagnet auf dem Gollenberg sein“, meint Horst Schwenzer, der dafür einen gebührenden Beitrag geleistet hat als ehrenamtlicher Vereinsvorsitzender.

Von Norbert Stein (Märkische Allgemeine)

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