Rund um die IL 62 auf dem Gollenberg entsteht ein Fliegerpark / Landungsfest

Märkische Allgemeine

Zwei Motorflugzeuge drehten ihre Runden über dem Gollenberg. Bunte Drachen ließen sich vom Wind treiben und sorgten für eine farbenfrohe Kulisse. Vor der Lady Agnes trat am Samstag um 13.03 Uhr Horst Schwenzer ans Mikrofon. Exakt um diese Zeit am 23. Oktober 1989 landete eine IL 62 auf dem Gollenberg. „Das war ein absolutee Meisterwerk. Bis heute ist es die einzige Landung eines solchen Flugzeuges auf einen Rasenplatz geblieben“, würdigte Horst Schwenzer, Vorsitzender des Otto-Lilienthal- Vereins Stölln, die Leistung von Heinz-Dieter Kallbach und seiner Crew. Kallbach hatte vor 21 Jahren die IL 62 von Berlin-Schönefeld nach Stölln geflogen und sicher auf dem Gollenberg gelandet.

Zum 21. Landungsfest am Samstag war der Pilot mit dem größten Teil seiner damaligen Mannschaft gekommen und wurde von rund 100 Gästen, unter ihnen Brandenburgs Wissenschafts- und Kulturstaatssekretär Martin Gorholt, mit viel Applaus begrüßt. Ein solches „Husarenstück“ sei heute überhaupt nicht mehr möglich, meinte Schwenzer und dachte dabei nicht nur an Sicherheitsstandards sondern auch an den hohen Aufwand. Über ein Jahr hatte man die Landung vorbereitet, dafür extra Wald gerodet, sehr viel Geld aufgetrieben und viele Helfer mobilisiert. Mit der IL 62 wurde dem Flugpionier Otto Lilienthal ein würdiges Flugzeugmuseum gewidmet.

Auch wenn auf dem Gollenberg mehrere Gedenkstätten an Lilienthals Leistungen erinnern und in Zukunft weitere Sichtachsen für einen besseren Blick sorgen werden bleibt für Kallbach klar: „Das Flugzeug wird immer auf dem Gollenberg die Attraktion bleiben.“ Zur Würdigung der Leistungen des Flugpioniers und zur weiteren Tourismusentwicklung wird in Stölln bis zur Bundesgartenschau 2015 in der Havelregion noch einiges passieren.

So wird gegenwärtig für 2,2 Millionen Euro die alte Brennerei im Dorf zum Lilienthal- Centrum umgebaut und erweitert. Eröffnung soll am 2. April 2011 sein.

Aber schon am Samstag wurden die Türen vorab für Besucher geöffnet. Damit beteiligte sich der Lilienthal-Verein am havelländischen Aktionstag „Feuer und Flamme für unsere Museen“. Darum hatte man auch das Landungsfest um eine Woche nach hinten verlegt.

Viele Besucher waren gekommen, um sich im dem zukünftigen Lilienthal-Centrum umzuschauen, die Um- und Ausbauarbeiten in Augenschein zu nehmen oder sich von Donald Becker anhand eines Modells das zukünftige Ausstellungskonzept erläutern zu lassen.

Im Lilienthal- Centrum soll die Geschichte der Fliegerei dargestellt werden. Mit Werkstatt, Aviarium und anderen Angeboten wird sich das Centrum bis zur Bundesgartenschau in drei Ausstellungskomplexe gliedern.

Dazu werden die von Lilienthal entwickelten Fluggleiter, die er auf dem Gollenberg getestet hat, genauso gehören wie weitere Flugmodelle (vom Drachenflug bis zu Ballonfahrt) und der Querschnitt eines Flugzeuggetriebes.

Schüler der Rhinower Lilienthal- Grundschule und Kinder der Stöllner Kita führten zum Museumsaktionstag Programme auf und in der Dorfkirche wurde eine Ausstellung mit Figuren aus der biblischen Geschichte gezeigt.

geschrieben von Norbert Stein

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