„Stölln“ landet mitten im Kreisel

Sven Degebrodt baut den Lilienthal-Fluggleiter

Dann glänzt ein Modell von Lilienthals Fluggleiter „Stölln“ mitten im Kreisel auf der Bundesstraße 102 vor dem Stöllner Ortseingang, angefertigt auf Initiative des Otto-Lilienthal-Vereins. „Anfang März werden wir soweit sein“, sagt der Vereinsvorsitzender Horst Schwenzer. Die Buga-Besucher werden so in der Lilienthal-Gemeinde Gollenberg im Amt Rhinow auf besondere Weise begrüßt.

Angefertigt wird das Modell von Sven Degebrodt in einer Werkstatt in Rathenow. Seit einigen Wochen arbeitet Degebrodt bereits an dem Modell. Bleche von zwei Millimeter Stärke biegen, Schraubverbindungen herstellen und Schweißnähte ziehen gehören zu den Arbeiten, mit denen er dem Modell mit sechs Metern Spannweite und 4,80 Metern Länge Gestalt gibt.

Rund 80 Prozent der Arbeiten hat Degebrodt bereits erledigt. Er ist auch Ideengeber und hat das Modell entworfen. Jetzt haben er und Frank Golik vom Lilienthalverein das Modell noch einmal in drei Hauptteile zerlegt, für eine galvanische Beschichtung in Genthin.

Um das Modell „Stölln“ aufstellen zu können, sind noch zwei Voraussetzungen notwendig. Der Verein benötigt dafür eine Baugenehmigung. Mit deren Erteilung rechnet Schwenzer in den nächsten Tagen. Dann werden zur Befestigung des Modells in die Anhöhung des Kreisels drei Fundamente gesetzt, die „Stölln“ halten. Die Böschung des Kreisels erhält Bodendecker. Alle Vorbereitungen sind ohne größere Probleme verlaufen.

Zu verdanken sei das auch einer guten Zusammenarbeit mit dem Amt Rhinow, lobt Schwenzer. Mehr als 15000 Euro lässt sich der Lilienthalverein die Anfertigung und Aufstellung des Modells kosten. Das will er nicht allein als Beitrag zur Buga verstanden wissen. 2016 will Stölln 120 Jahre Menschenflug feiern und an den 125. Jahrestages des Absturzes von Otto Lilienthal gedenken.

Auf der Suche nach einem geeigneten Fluggelände kam Otto Lilienthal 1893 ins Havelland. Nach einigen Versuchen in den Rhinower Bergen verlegte er im Folgejahr seinen Übungsplatz weiter Richtung Osten auf den Gollenberg. 109 Meter hoch ist der Berg, auf dem Lilienthal zahlreiche Flugversuche mit dem Fluggleiter Typ „Stölln“ startet. Bei einem Versuch am 9. August 1896 verunglückt Lilienthal und stirbt einen Tag danach in Berlin.

Auf dem Gollenberg erinnern an der Startstelle die große Skulptur „Windharfe“ sowie an der Absturzstelle ein Gedenkstein an Otto Lilienthal.

Von Norbert Stein (Märkische Allgemeine)

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