Verein betreut Lady Agnes und Lilienthal- Centrum

Die Lilienthal-Centrum-Stölln- Betreibergesellschaft wird zum Ende des Jahres aufgelöst. Ellen Schütt, die Kämmerin des Amtes Rhinow, führt zurzeit die Geschäfte der Lilienthal-Centrum-GmbH. Sie hat einen Notartermin zur Löschung der Gesellschaft aus dem Handelsregister beantragt.

GmbH wird gelöscht

„Das Ziel ist, die Gesellschaft Ende 2018 aus dem Handelsregister löschen zu lassen“, erklärt Ellen Schütt auf Nachfrage. „Die Voraussetzungen dafür sind nunmehr gegeben und die finanziellen Angelegenheiten der Gesellschaft geregelt“, so Ellen Schütt weiter.

Rund um die Liquidation der Gesellschaft hatte es einen unappetitlichen Streit gegeben. Hintergrund war der Bau des Lilienthal.-Centrums und die Frage, wie die Einrichtung betrieben wird. Das Land hatte Fördermittel in beträchtlicher Höhe gegeben und deshalb den Vorschlag unterbreitet, für das Centrum eine Betreibergesellschaft mit der Rechtsform einer GmbH zu gründen.

Im Ehrenamt

Doch damit begannen die Schwierigkeiten. Zwar wurde die GmbH gegründet und als Geschäftsführer einigten sich die Gesellschafter mangels anderer Bewerber auf Horst Schwenzer, der bereits Vorsitzender des Lilienthal-Vereins war. Die Betreibung wurde somit dem Lilienthal-Verein überlassen, der bereits die Lady Agnes auf dem Gollenberg in seinen Händen hat. Schwenzer versah seine Geschäftsführeraufgaben ehrenamtlich.

Die Gesellschafter ließen Schwenzer die Arbeit erledigen, die Geschäftsführung kümmerte sich um den laufenden Betrieb des Lilienthal-Centrums. Ob in Jahresversammlungen tatsächlich die vorgeschriebenen Regularien abgehandelt wurden, ist nach den neuesten Entwicklungen nicht mehr wichtig.

Beschwerde vor zwei Jahren

Vor zwei Jahren beschwerte sich einer der Gesellschafter, die Geschäfte würden nicht ordnungsgemäß geführt. Weder habe es die vorgeschriebenen jährlichen Gesellschafterversammlungen gegeben, ebenso fehle eine transparente Buchführung. Wolfgang Nitsche, der die Deutsche Gesellschaft für Luft und Raumfahrt in der GmbH vertritt, sprach von „Merkwürdigkeiten“ und „Schluderei“.

Die Gesellschafter genehmigten in der Folge mehrere ausstehende Jahresabschlüsse nicht. Horst Schwenzer trat als Geschäftsführer zurück. Schwenzer wehrte sich: „Ich kann alle Rechnungen nachweisen und habe alles belegt.“ Vielmehr sei richtig, dass sich die Gesellschafter nie mehr für die GmbH interessiert hatten. Im Grunde habe das Gebilde nur auf dem Papier existiert und sei nie mit Leben erfüllt worden. Schwenzer war sauer: „Ich habe mich damals breitschlagen lassen, das Centrum mit dem Verein zu führen und das haben wir gemacht. Und das ist immer gut gelaufen.“

Ellen Schütt übernahm

Nach dem Rücktritt von Schwenzer übernahm Ellen Schütt, die sich umgehend um die Liquidation der Gesellschaft kümmern sollte. Inzwischen sind alle ausstehenden Jahresabschlüsse auf einer Sitzung bestätigt worden. Bei einzelnen Positionen in den Zahlenkolonnen habe es zuletzt noch Fragen gegeben, hieß es zum Ende des vergangenen Jahres.

„Jetzt haben wir verbindliche Jahresabschlüsse“, so Ellen Schütt. Diese waren notwendig, um die Abwicklung zu vollziehen. Am Ende des Jahres gibt es die – wie sie gekürzt genannt wurde – LCS-GmbH nicht mehr. Im Betriebsablauf beim Lilienthal-Centrum wird das nichts ändern. Eigentümer des Centrums ist der Lilienthalverein, der das Centrum nun auch weiter betreibt.

Von Norbert Stein (Märkische Allgemeine)

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