"Very interesting"

Wer das Gästebuch im Otto-Lilienthal-Centrum (OLC) in Stölln durchblättert, unternimmt im Seitenumdrehen mal eben eine kleine Weltreise.

Neben Gästen aus deutschen Städten wie Berlin, Erfurt, Frankfurt und München haben sich auch Besucher aus Ungarn, der Schweiz und aus Spanien eingetragen. Heute begrüßt Ute Behrendt, die seit 2006 im Lilienthal-Centrum in der "Alten Brennerei" arbeitet, zwei Gäste aus Australien: Christopher und Gerard Roche aus der Nähe von Brisbane sind zu Besuch bei Hannah Wolff, die aus Wolsier stammt und ihrem Freund und dessen Vater nun die Sehenswürdigkeiten der (alten) Heimat zeigt.

"Very interesting, sehr interessant", sagt Christopher Roche, als er das Pop-Up-Lexikon der Luftfahrt aufschlägt. In dieser interaktiven Installation können sich Besucher über die wichtigsten Erfindungen des Fliegens informieren: Vom asiatischen Drachen über die Heißluftballons der Brüder Montgolfier bis hin zu Apollo 11 und dem ersten Mensch auf dem Mond. Es ist die vierte Station im Museum. Die ersten Drei - das Aviarium, das den Flug der Vögel zeigt, die Werkstatt Lilienthals und die Infos über das Leben der Brüder Otto und Gustav - haben Hannah Wolff und ihr Besuch aus Down Under schon gesehen.

"Seit der Bundesgartenschau ist bei uns super viel los", berichtet Behrendt, die vor vielen Jahren wegen ihres Mannes nach Stölln gezogen ist und der die Arbeit vor Ort viel Spaß macht. "Wir haben viel mehr Gäste als im Jahr vor der BUGA. Mit der Feier zum fünfjährigen Bestehen des Lilienthal-Centrums, 800 Jahre Rathenow und dem Jubiläum 125 Jahre Menschenflug gab es aber auch viele besondere Anlässe."

Norbert Bluhm und seine Frau sind gerade die Treppenstufen zum Museum hereingekommen. Wie die meisten der Besucher kommen sie mit Ute Behrendt ins Gespräch. 650 Kilometer sind sie aus Esslingen am Neckar gefahren, um in Kyritz Urlaub zu machen. Am Stöllner Kreisel sind sie auf das OLC aufmerksam geworden. "Ich bin gelernter Flugzeugmechaniker und habe schon seit langer Zeit Interesse am Fliegen", sagt Bluhm. Er steht vor einer Vitrine mit Modellen und ist gespannt, was die Ausstellung noch zu bieten hat.

Ein weiterer Blick ins Gästebuch verrät, dass sie bei allen Besuchern, die sich verewigt haben, gut angekommen ist: "Gutes Gesamtkonzept", schreibt Mario aus Filderstadt. "Sehr interessant", sagt Johann aus Berlin. Eine Familie auch Spandau schreibt: "Es war wunderbar." Jan aus Bern findet die Ausstellung "sehr, sehr lehrreich", Elke aus Frankfurt ist beeindruckt "von der geballten Intelligenz des Ausnahmetalents Lilienthal".

Von Carina Wagener (MOZ)

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