Fliegende Beete auf dem Gollenberg

Testphase für den Steppengleiter

Nur wenige Schritte vom Eingang entfernt, werden auf dem Gollenberg die Besucher neuerdings von einem mit Bauband umspannten stählernen Vorboten neugierig gemacht, der auf den zukünftigen Buga-Fliegerpark hinweisen soll.
Weil die beste Theorie wenig nützt, wenn sie nicht praxistauglich ist, erfolgte am vergangenen Dienstag auf dem Gollenberg der Testaufbau eines Steppengleiters. Am Vormittag rückten acht Montagearbeiter an, setzten drei Stahlprofile in die Erde und schweißten bereits vorgefertigte Einzelteile zusammen. Die Arbeit ging zügig und ohne Probleme vonstatten. Nach gut drei Stunden stand der erste Steppengleiter auf dem Gollenberg. „Die Seitenprofile werden noch mit Holz beplankt“, erläuterte die Buga-Projektkoordinatorin für Stölln, Svenja Goltz, ein noch fehlendes Detail um den neun Quadratmeter großen Steppengleiter bepflanzen zu können. „Wir haben jetzt genügend Zeit für Tests, damit zur Bundesgartenschau alles schön ist“, sagte Goltz zufrieden über den gelungenen Erstaufbau. „Wichtig ist für uns zu sehen“, so die Projektkoordinatorin weiter, „ob die Steppengleiter tatsächlich als fliegende Blumenbeete wahrgenommen werden.“

Getestet werden soll, ob die vorgesehenen Farbkompositionen den Buga-Anforderungen gerecht werden, die geneigte Ebene des Metallgerüsts in die Landschaft passt, das Pflanzsubstrat optimal aufgenommen werden kann und die Verankerung im Boden sicher ist.

18 Steppengleiter für die Buga

Die Metallbaufirma Rysiok aus Brandenburg an der Havel hat den Auftrag bekommen, insgesamt 18 Steppengleiter unterschiedlicher Größe für die Bundesgartenschau anzufertigen. Aufgestellt werden sollen sie in sechs Gruppen entlang eines scheinbar schwebenden Holzstegsystems. Die Holzstege ergeben einen 630Meter langen Rundweg im 1,4 Hektar großen Fliegerpark.

Als Gangway führt der Rundweg weit über das Trockenrasengelände des Gollenbergs. Mit der Wegführung wird bewusst auf Blickbeziehungen zur umliegenden Landschaft und der Lady Agnes gesetzt.

Im Herbst beginnen die Bauarbeiten

Im Herbst dieses Jahres wird mit den Bauarbeiten bereits begonnen. Die vorgezogenen Stauden, Gräser und Geophyten werden allerdings erst im Frühjahr in die „fliegenden Beete“ gepflanzt und im Einklang mit üppigen Wildrosen und Staudenflächen im neu gestalteten Umfeld der Lady Agnes an 177 Buga-Tagen im Havelland den Besuchern einen blumigen Empfang bereiten. Die Bezeichnung Steppengleiter lässt sich so erklären: Mit Steppe ist der Trockenrasen auf dem Gollenberg gemeint und mit Gleiter Otto Lilienthal seine Flugapparate. Aufgestellt werden entlang des scheinbar schwebenden Holzrundweges in sechs Gruppen insgesamt 18 Steppengleiter – sie sind 12, 20 oder 35 Quadratmeter groß.

Die 80 Zentimeter über den Trockenrasen „schwebenden Beete“ werden mit Steppen- und Präriestauden, Gräsern und Geophyten bepflanzt. Blaustrahlhafer (Helictotrichon sempervirens), argentinisches Eisenkraut (Verbena bonariensis) oder Sand- und Bodenliebesgras (Eragrostis trichodes) sind Beispiele für die Bepflanzung.

Gepflanzt wird in sechs ausgefeilten Blütenfarbkonzepten, die extra für die Bundesgartenschau entworfen worden sind: gelb-blau, weiß-hellgelb, gold-orange, lachsorange-violett, rot-lila und violett-rosa.

Von Norbert Stein

erschienen in Markische Allgemeine

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