111.111 Besucher im Lilienthal-Centrum

"Jedes Jahr hat das Lilienthal-Centrum in Stölln rund 20.000 Besucher", so Horst Schwenzer, Vorsitzender des dortigen Otto-Lilienthal-Vereins. "In den ersten Jahren waren es sogar bis zu 30.000 Besucher", ergänzt Flugkapitän Heinz-Dieter Kallbach. Im Frühjahr 2009 wurde das Lilienthal-Centrum in der alten Brennerei in der Stöllner Dorfmitte, gegenüber der Kirche, nach umfangreichem Umbau eröffnet.

Am Sonntagvormittag begrüßten Flugkapitän Kallbach und Vereinschef Schwenzer den 111.111. Besucher im Lilienthal-Centrum - allein im BUGA-Jahr. Damit haben die Ausstellung über Otto Lilienthal seit Eröffnung insgesamt mehr als 200.000 Menschen besucht. Die 111.111. Besucher sind Familie Walsch aus Dresden: Beate, Bernhard und die zehnjährige Tochter Luise. Und zufälligerweise gab es sogar Überschneidungen in den Biografien Lilienthals und der Familie Walsch. "Ich bin in Dresden geboren, bin aber in Freital aufgewachsen und in Döhlen zur Schule gegangen", erzählte Beate Walsch. In Döhlen, heute ein Ortsteil Freitals, lernte Otto Lilienthal, der Mechanik und Maschinenbau studierte, und zu dieser Zeit im Steinkohlebergbau arbeitete, seine spätere Ehefrau Agnes Fischer kennen, die er 1878 in der Dorfkirche Döhlen heiratete.

Als Präsent überreichte Heinz-Dieter Kallbach den Jubiläumsbesuchern unter anderem ein signiertes Buch seiner Erlebnisse als Flugkapitän, "Maday über Saragossa", geschrieben von Günther Heribert Münzing. An beiden Tagen las "Deutschlands legendärster Flugkapitän" im Lilienthal-Centrum aus dem Buch vor jeweils rund 100 Gästen.

Die meisten BUGA-Gäste in der Havelregion besuchen auch das Lilienthal-Centrum, das nicht zum Ausstellungsbereich in Stölln gehört. Der Zweckverband der Bundesgartenschau rechnet bis zum 11. Oktober mit 342.000 Besuchern des BUGA-Standorts im Amt Rhinow. Flugkapitän Kallbach war in diesem Jahr schon zum dritten Mal in"Die BUGA ist für Stölln eine große Chance", so der Flieger.

Das Otto-Lilienthal-Fest am 8. und 9. August begann am Samstagvormittag mit den Läufern des Otto-Lilienthal Cups 2015 und des MBS-Cups. An beiden Tagen gab es Musikkonzerte auf der Fliegerbühne. Die Gäste wurden durch Walking Acts begrüßt. So auch durch zwei Otto Lilienthals mit Flügeln als Arme.

Im nächsten Jahr wollen wir in Stölln an zwei Jahrestage erinnern: Den 120. Todestag Lilienthals (10. August 1896) und seinen Erstflug in Derwitz (30. August 1891), der sich zum 125. Mal jährt", so Horst Schwenzer zur Kranzniederlegung an Otto-Lilienthals Absturzstelle am Samstagvormittag. "Zudem werden wir erstmals Lilienthals Geburtstag feierlich begehen, und im Oktober findet natürlich das Landefest zum 26. Mal statt." Die Lady Agnes genannte Maschine war von Pilot Kallbach am 23. Oktober 1989 in Stölln gelandet worden.

Sybille Heling, zur Landung der IL 62 in Stölln Bürgermeisterin, kritisierte, dass zur Kranzniederlegung kein Vertreter des Amtes Rhinow anwesend war. Bevor Lilienthal nach Stölln kam, unternahm er Flugversuche auf dem Hauptmannsberg in der nahen Stadt Rhinow. "Der dortige Berg ist in einem verwahrlosten Zustand", so Sybille Heling an das Amt Rhinow gerichtet. "Wann wird daran etwas verändert?"

Von Simone Weber (MOZ)

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