In Stölln geht es nach der Buga weiter

Garten winterfest gemacht

„Mit eintägigen Parkseminaren nach der Buga wollen wir den ‚Bürgerpark Stölln’ noch eine gewisse Zeit weiter begleiten“, sagt Frank Schröder aus Wernigerode, der während der Buga für den Grünbereich im Zweckverband tätig war. „Ziel ist es, den Park weiter zu pflegen und zu entwickeln. Heute machen wir die Pflanzen winterfest.“ Am Samstag trafen sich rund 20 Westhavelländer und Mitglieder des Fördervereins Wernigeröder Gärten zum ersten Parkpflegeseminar nach der Buga in Stölln. Seit dem ersten zweitägigen Seminar im Herbst 2012 halfen so Menschen, denen der ehemalige Gutspark am Herzen liegt, mit jeweils zwei weiteren dieser Treffen in den zwei folgenden Jahren ehrenamtlich den Park für die Buga wieder neu zu entdecken und zum „Fliegerpark“ für die Buga zu gestalten. Dazu wurden Staudenbeete angelegt und 19 Bäume gepflanzt. Vom Künstler Dirk Harms gestaltete Plastiken aus Stahl und Keramik, finanziert mit Mitteln des Landkreises zur Entwicklung der ehemaliger Herrenhäuser zur Buga, werden dem Park zudem als Dauerleihgabe erhalten bleiben.

Der Gutspark erhielt seine heutige Gestalt höchstwahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der 1,5 Hektar große Park aufgeteilt, wurde teils kleingärtnerisch genutzt und verwilderte. „Die ersten Arbeiten der ‚Urbarmachung’ während des ersten Parkpflegeseminars waren anspruchsvoll“, so Frank Schröder weiter, der die Arbeiten leitet. „Jetzt geht es darum, neuen Wildwuchs zu beseitigen und die Sichtachsen weiter zu fördern.“ Dabei hatte er auch wieder Hilfe von Frank Grya. Der Hallenser reiste zu allen bisherigen Parkpflegeseminaren nach Stölln. „Durch die Teilnahme an Parkpflegeseminaren in Sachsen-Anhalt und den Kontakt mit Frank Schröder kam ich zu diesem Projekt in der Havel-Region“, sagt Frank Grya. „Die Arbeit macht Spaß und ist nachhaltig. Man lernt etwas über die Geschichte der Orte. Und mittlerweile sind die Teilnehmer zu einer kleinen Familie zusammen gewachsen.“ Zu dieser „Familie“ gehörten auch die jüngsten Helfer, Viktoria und Valentin, Frank Schröders Kinder. Bei Uta und Eberhard von der Hagen, die das Projekt seit Beginn unterstützen und sich selbst aktiv einbringen, fanden sie sich zur gemeinsamen Mittagspause zusammen. Bei Soljanka, Kassler mit Sauerkraut und leckerem Vanille-Schokopudding schöpften sie neue Kraft für die Stunden am Nachmittag. Für die Kleinen gab es natürlich Makkaroni mit Ketchup und Käse. Auch Amtsdirektor Jens Aasmann und Bürgermeisterin Iris Hoffmann beteiligten sich an der Pflege des Parks. Uta und Eberhard von der Hagen wohnen im ehemaligen 1778 errichteten Herrenhaus, direkt neben dem heutigen „Bürgerpark Stölln“. Bis Familie von der Hagen 1945 enteignet, ausgewiesen und ihr Landbesitz aufgeteilt wurde, waren die von der Hagen seit 1441 als Gutsbesitzer des Ortes in Stölln ansässig.

„Um den Pflegezustand des Parks auch nach der BUGA weiter zu erhalten, ist mehr Engagement der Stöllner Bürger nötig“, meint Horst Schwenzer, der sich mit Mitgliedern des Otto-Lilienthal-Vereins Stöllns an der Pflege des Parks beteiligte. Dazu wird Gelegenheit sein. Ein Termin für das nächste Parkpflegeseminar ist für April 2016 bereits eingeplant. Die Koordinierung übernimmt unter anderen die Familie von der Hagen.

Von Uwe Hoffmann (Märkische Allgemeine)

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